Will Facebook seine Machtposition weiter ausbauen?
By Berkay at 22 April, 2010, 10:52 pm
Es hat den Anschein, dass Facebook das ganze Netz übernehmen möchte. Denn in der Entwicklerkonferenz f8 wurde eine Reihe voller Funktionen vorgestellt, die die Strategie des Unternehmens verdeutlicht. Im Keynote zur Eröffnung wurden drei verschiedene Punkte im Kern in den Vordergrund gestellt: Social Plugins, Open Graph Protocol und Graph API. Damit Ihr eine Vorstellung von dem bekommt, was euch in der Zukunft erwarten wird, habe ich euch deswegen die einzelnen Punkte zusammengefasst und eine Übersicht erstellt.
1. Social Plugins
Wem der Begriff Social Plugins nicht geläufig ist, sollte sich keine großen Sorgen machen, da es nichts Weltbewegendes, sondern nur ein Sammelbegriff ist. Der Begriff wird dafür verwendet, um Widgets zu beschreiben, die die Arbeit der Webseitenbetreiber erheblich erleichtern sollen. Und von diesem will sich Facebook nun Gebrauch machen.
Das erste Widget soll ein sogenannter Like-Button sein. Benutzer können mit Hilfe dieses Knopfes bestimmte Seiten oder auch Artikel als „Gefällt mir“ markieren, damit diese anschließend über den Newsfeed der Nutzer angezeigt werden. Dieses Plugin soll laut dem Unternehmen dafür sorgen, dass wesentlich mehr Benutzer erreicht werden sollen, als es für gewöhnlich der Fall war.
Ein weiteres Widget namens „Recommendations Plugin“ soll dafür sorgen, dass verschiedene Webseiten ihren Besuchern Empfehlungen rausschicken lassen können, die auf den gesammelten Informationen des Benutzers basiert.
Plugin Nummer Drei soll das Anzeigen der Profilbilder von Freunden erlauben, die sich mit der Webseite verbunden haben, unter dem sogenannten Facebook Connect-Button.
„Social Bar“ soll ein Plugin sein, der eine Art Taskleiste am unteren Rand einer Webseite darstellt.
Ein durchaus wichtiges Widget soll auch der sogenannte Activity Stream sein, der es erlaubt, dauerhaft Status Updates zum jeweiligen Stream zu verschicken.
2. Open Graph Protocol
Kommen wir nun zum nächsten Kernpunkt, dem Open Graph Protocol. Dieses Feature soll dazu dienen, eine Art Kommunikationsbasis zwischen einer bestimmten Webseite und Facebook aufzubauen, um daraus dann eine „Handlungsfolgerung“ für den Social Network Dienst herzuleiten. Ich weiß, dass es etwas kompliziert klingt, aber die Funktionsweise ist nicht kompliziert, sondern leicht verständlich. Anhand eines Beispiels will euch das nun näher erläutern:
Gehen wir einfach mal davon aus, dass ein Benutzer auf die Filmdatenbank IMDb geht und einen bestimmten Film favorisiert, indem es auf den „Gefällt mir“ klickt. Facebook kann anhand dieser Handlung des Users reagieren, weil es weiß, dass es sich um das Favorisieren eines Filmes handelt und kann dementsprechend im Profil desjeweiligen Benutzers den Film unter den „bevorzugten Filmen“ ablegen. So leicht und einfach geht das.
Natürlich war IMDb nur als Beispiel gedacht. Geplant sind noch etwa 30 weitere Partner, die das Protocol verstehen und nutzen sollen.
3. Graph API
Dieses Kernfeature soll nicht diesmal dem Benutzer behilflich sein, sondern auch den Unternehmen. Demnach sollen Entwickler und Programmierer mit Hilfe von Graph API besseren und leichteren Zugang zu Objekten in Facebook haben. Konkret bedeutet dies, dass ein Zugriff auf Streams und Daten in Echtzeit möglich ist, um beispielsweise unternehmensspezifische Analysedaten zu bekommen.
Fazit
Die Erneuerungen sind zwar wirklich gut und durchdacht, aber ich habe das Befürchten, dass das Web sich stärker in Richtung Social Networks beziehungsweise Facebook entwickeln wird. Alles dreht sich nur noch um diese Plattform. Ob dies negativ oder positiv ist, kann ich nicht sagen, sondern lediglich nur, dass wir eine Monopolstellung bekommen, die schwer aufzuhalten ist.
Was denkt Ihr über die Zukunft von Facebook und die zahlreichen Erneuerungen? Denkt Ihr, dass Facebook ihre Monopolstellung weiter ausbauen wird?

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