Wer billig kauft, muss am Ende mehr bezahlen
By Berkay at 29 März, 2010, 9:19 pm
Verwirrt Sie der Titel dieses Artikels? Höchstwahrscheinlich für sehr viele unter euch, aber sobald ich Ihnen erläutere was damit genau gemeint ist, sollte es für jeden einleuchtend sein. Denn diese These ist ein Teil des von dem Sozialökonomen John Ruskin formulierten „Gesetz der Wirtschaft“ und ist für zahlreiche Unternehmen ein wichtiger Bestandteil. Jetzt stellen wir aber uns die Frage, ob dieses Gesetz im Zeitalter der globalen Weltwirtschaft, während multinationale Konzerne agieren, seine Gültigkeit besitzt?
John Ruskin, der von 1819 – 1900 lebte, formulierte das folgende „Gesetz der Wirtschaft“:
„Es gibt kaum etwas auf dieser Welt, das nicht irgend jemand ein wenig schlechter machen und etwas billiger verkaufen könnte, und die Menschen, die sich nur am Preis orientieren, werden die gerechte Beute solcher Machenschaften. Es ist unklug, zuviel zu bezahlen, aber es ist noch schlechter, zu wenig zu bezahlen. Wenn Sie zu viel bezahlen, verlieren Sie etwas Geld. Das ist alles. Wenn Sie dagegen zu wenig bezahlen, verlieren Sie manchmal alles, da der gekaufte Gegenstand die ihm zugedachte Aufgabe nicht erfüllen kann. Das Gesetz der Wirtschaft verbietet es, für wenig Geld viel Wert zu erhalten. Nehmen Sie das niedrigste Angebot an, müssen Sie für das Risiko, das Sie eingehen, etwas hinzurechnen. Und wenn Sie das tun, dann haben Sie auch genug Geld, um für etwas Besseres zu bezahlen.“
Wenn man das Gesetz auf einen regionalen Betrieb in Europa einschränkt, dann kann man eigentlich sagen, dass die Formulierung seine Richtigkeit besitzt und demnach sehr aktuell ist. Denn man bekommt tatsächlich das ausgeliefert, wofür man auch im Endeffekt bezahlt hat. Und all diejenigen, die fest daran glauben, ein augenscheinliches Schnäppchen gefunden zu haben, werden relativ schnell bemerken, dass sie einen „Fehler“ begannen haben.
Wie sieht dies aber bei Produkten aus, die in sogenannten Billiglohnländern produziert werden?
Das formulierte „Gesetz der Wirtschaft“ kann hier nicht mehr zutreffen kann. Denn, wenn wir uns all die großen Konzerne anschauen, die ihre Produktionen samt ihrer Technologien in Billiglohnländer übertragen haben, kann man sagen, dass das Ergebnis der Produktion nicht wesentlich von der alten Produktionsreihe unterscheidet. Kleidungen, die im fernen Osten hergestellt werden, sind nicht mehr minderwertiger, sondern qualitativ genauso hochwertig. Deswegen kann man sagen, dass man auch für weniger Geld eine Ware erhalten kann, die auf demselben Niveau ist, wie Produkte, die hierzulande hergestellt werden.
Können wir einen Schlussstrich ziehen und sagen, dass Ihr nur Billigprodukte kaufen sollt?
Im Endeffekt würde die Antwort auf eindeutiges „Ja“ tendieren, jedoch nur dann wenn wir den Betrachtungswinkel einschränken. Wenn wir nun die sozialen und ökologischen Aspekte hineinziehen und den Preis und den Wert gegenüberstellen, so hat John Ruskins Gesetz immer noch seine Gültigkeit.
Was denkt Ihr persönlich darüber? Hinterlasst eure Meinung dazu und lasst uns Teil daran haben.

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