So beeinflusst virales Marketing Meinungsforen

By Johannes M. at 28 Dezember, 2009, 8:58 pm

Gerade in wirtschaftlich schlechten Zeiten bemühen sich viele Unternehmen mit einem möglichst geringen Budget für Marketingmaßnahmen den bestmöglichen Erfolg zu erreichen. Eine relativ neue und bislang unbekannte Möglichkeit ist das vermarkten von Produkten mithilfe von Kommentaren in Blogs oder Foren. Bei dieser Variante des viralen Marketings wird meist eine Agentur damit beauftragt, in verschiedenen Blogs und Foren positiv über ein bestimmtes Produkt oder ein Unternehmen zu schreiben. Diese Maßnahme soll in erster Linie verhindern, dass beim potenziellen Kunden Zweifel aufkommen. Doch wie effektiv ist diese Art von viralem Marketing wirklich und wobei sollte man aufpassen, damit die Kampagne dem eigenen Unternehmen letztendlich nicht schadet?

Es ist zum Teil schon verblüffend, wie unterschiedlich über ein bestimmtes Produkt im Internet zu lesen ist. Während einige Kommentare vollkommen negativ geschrieben sind, sind andere Beiträge von Komplimenten nur so überfüllt. Als Verbraucher können diese verschiedenen Meinungen zu Irritationen führen. Die neue Masche der Branche wird vor allem aus diesem Grund teilweise heftig kritisiert. Verbraucher können sich seit Einführung der neuen Marketingmaßnahmen im Netz generell auf keine Aussage von Nutzern mehr verlassen. Schließlich kann jede Kritik gekauft sein. Aber wie sind die Unternehmen auf die Idee gekommen, solche viralen Marketingkampagnen ins Leben zu rufen? Grund sind wohl in erster Linie die vielen Studien, die immer wieder belegen, dass die Meinung von Kunden in den vielen Foren und Blogs maßgeblich zur Kaufentscheidung beiträgt.

Ehrlicher oder gekaufter Eintrag?

Im Gegensatz zu den meist sehr objektiv geschriebenen Unternehmensslogans glauben interessierte Nutzer den Meinungen anderer Kunden wesentlich mehr. Verbraucher sollen durch die gekauften Kommentare und Beiträge von der Qualität eines bestimmten Produktes überzeugt werden. Eine Strategie, die funktioniert! Virales Marketing aus dem Lehrbuch. Doch wie kann man als unwissender Internetnutzer bezahlte von ehrlichen Meinungen unterscheiden? In der Regel leider gar nicht. Die Kreativbüros der großen Werbeagenturen formulieren ihre Kommentare nämlich meist so, dass sie von einer ehrlichen Kundenmeinung kaum zu unterscheiden sind. Christian Jarchow vom Marktforschungsunternehmen GfK äußert sich zum Thema wie folgt: „Meinungsforen beeinflussen heute schon jeden vierten Online-Kauf“. Die Tendenz ist laut mehreren Fachleuten steigend.

Mund-zu-Mund-Propaganda

Viele Unternehmen haben schon heute die Einträge auf den verschiedenen Meinungsforen unter Kontrolle und schreiben wenn mehrere negative Posts geschrieben werden entsprechende positive Einträge. Dabei achten sie natürlich immer darauf, dass die Namen geändert werden und das die Häufigkeit in einem unauffälligen Rahmen bleibt. Im Grunde nutzt das virale Marketing eine schon sehr lange bekannte und beliebte Masche: Mund-zu-Mund-Propaganda.

Vom Top-Hersteller zum Skandal-Produzent

Ein Beispiel aus den USA zeigt, welchen Schaden ein Unternehmen erleiden kann, wenn auf Einträge nicht entsprechend reagiert wird. Ein Fahrradschlosshersteller musste vor einiger Zeit einen enormen Imageverlust hinnehmen, als ein Nutzer im Netz ein Video publizierte, das zeigte wie ein Schloss der Firma mithilfe eines Kugelschreibers geöffnet werden konnte. Viele behaupten, dass das Unternehmen noch heute mit den Folgen zu kämpfen hat. Hätte das Unternehmen damals angemessen auf die Einträge reagiert und eine Gegenkampagne in die Wege geleitet, wäre der Schaden wohl weitaus geringer ausgefallen. Stattdessen verbreitete sich das Video von einem Radfahrer-Forum, über große Videoportale bis in die „New York Times“. An diesem Beispiel wird mal wieder deutlich, welche Auswirkungen dieser „Lauffeuereffekt“ haben kann. Weitere Informationen zum Thema sind zum Beispiel hier zu finden.

Categories : Virales Marketing


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