Google Browser Size Tool

By Berkay at 19 Dezember, 2009, 3:57 pm

Google hat vor kurzem ein integriertes Browser Tool veröffentlicht, das zeigen soll, wie Webseiten sinnvoll gestaltet werden sollten. Denn das Werkzeug stellt dar, welcher Bereich für den Benutzer mit unterschiedlichen Bildschirm-Auflösungen wirklich sichtbar ist. So könnte dann schließlich sichergestellt werden, dass wichtige Elemente auf der Webseite auch für den User auf den ersten Blick angezeigt werden.

Wie funktioniert nun das Testen einer Webseite?

Das Prinzip ist relativ einfach: Man gibt im Tool Browser Size die URL der Webseite ein, die überprüft werden soll und anschließend wird die Webseite in einem „Overlay“ angezeigt. Dort kann man dann sehen, welche Bereiche in den gängigen Fenstergrößen dargestellt werden. Das Werkzeug bietet außerdem eine Einschätzung an und gibt Bericht darüber, welcher Anteil der Besucher Seitenelemente in einem bestimmten Bereich ohne scrollen findet. Eine Statistik dient dafür als Grundlage, mit welcher Auflösung User Google nutzen.

Vermeidung von Layoutfehlern

Dank der Technik der heutigen Zeit gehen viele User mit einem Netbook oder Smartphones ins Internet und besuchen die Webseite daher in einer niedrigen Auflösung. Zur Verdeutlichung hat Google in seinem Tool eine Beispiel-Seite eingebaut, auf der man einen Spenden-Button sieht. Dieser Button liegt allerdings gut 550 Pixel unter dem oberen Rand des sichtbaren Fensterbereichs. Fast 30 Prozent aller Internet-Benutzer würden diesen Button nicht sehen, weil sie laut Google scrollen müssten. Dies ist natürlich nicht im Sinn des Webdesigners gewesen. Daher sollte der Button weiter oben auf der Webseite angeordnet werden, so die Empfehlung der Browser-Size Entwickler.

“Browser Size kann ein durchaus hilfreiches Werkzeug sein, um einige grundlegende und typische Layoutfehler zu erkennen und zu reduzieren”, meint Michael Herczeg, Direktor des Instituts für Multimediale und Interaktive Systeme der Universität zu Lübeck. Allerdings hängt die Darstellung sehr stark von vielen Faktoren beim Endbenutzer ab, die man leider nicht so einfach erfassen kann. So spielen zum Beispiel Fenstergrößen, Schriftgrößen, unterschiedliche Rendering-Engines der verwendeten Browser oder Stylesheets eine Rolle.

Probleme der Komplexität

“Der Betrachtungsausschnitt ist für eine Webseite natürlich wichtig. Danach kommt aber sofort die letztlich entscheidende Frage der Nutzung der sichtbaren Fläche durch geeignete Informationsauswahl, Informationsdarstellung, Informationsdynamik, Lenkung der Aufmerksamkeit, Struktur und Navigation durch eine Webseite”, sagt Herczeg. Es gehe dabei auch um Informationsergonomie. Zwar sei der gewählte Bildschirmausschnitt eine notwendige, aber keinesfalls eine hinreichende Voraussetzung für ein gebrauchstaugliches Informations- oder gar Interaktionsangebot.

“Eine professionelle Webseiten-Entwicklung bleibt auch weiterhin eine anspruchsvolle Aufgabe für Anwendungsexperten, Interaktionsdesigner und Software-Ergonomen”, betont der Experte ebenfalls. Ein Werkzeug wie das von Google könnte leicht einen Eindruck vermitteln, dass man so zu einer professionellen Lösung kommt.

Was denkt Ihr über das Werkzeug? Gebt euer Feedback dazu ab und teilt eure Meinung mit uns.

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