diaspora startet am 15. September 2010
By Berkay at 4 September, 2010, 12:17 pm
Anfang Mai wurde eine große Euphorie und Begeisterung ausgelöst, als bekannt wurde, dass vier New Yorker IT-Studenten eine dezentrale Facebook-Alternative auf die Beine stellen wollen. Den Zeitpunkt für die Bekanntgabe hatten sie perfekt ausgesucht, denn Facebook geriet massiv unter Kritik, nachdem sie den Launch des Open-Graph-Protokolls bekannt gaben und somit bei den Datenschützern stark ins Blickfeld rückten.
Aus diesem Grund wurde eine Art Welle in diesem Zeitraum ausgelöst und zahlreiche einflussreiche Blogger in der Blogosphäre dachten über einen Ausstieg aus Facebook nach. Der Ausstieg ist schnell realisiert, doch ohne eine ernsthafte Alternative ist dies ein gewagter Schritt. Und bis dato wurde die Alternative noch nicht geschaffen.
Vier Studenten aus New York brachten zu dieser Zeit ein Konzept namens „diaspora“ auf dem Markt, der über die Semesterferien zum größten Teil entwickelt wurde und ohne einen zentralen Server auskommt sowie Open Source sein wird. Für das Projekt benötigten die Entwickler rund 10.000 Dollar, zusammengekommen ist aber durch Spendengelder ein Betrag von rund 200.000 Dollar von fast 6500 Unterstützern! Dieses Ergebnis wäre sicherlich nicht zustande gekommen, wenn der Spendenaufruf zu einem anderen Zeitpunkt gestartet hätte.
Alles klingt zwar schön und gut, aber zur Idee wurden auch einige Stimmen laut. Dies auch zu Recht, denn von diaspora gab es nicht mehr als einen Blogeintrag, ein Video sowie eine entsprechende Webseite. Hinzu kommt noch, dass das dezentrale Netzwerk selbst gehostet werden muss und somit wirklich nicht sehr benutzerfreundlich ist.
Es ist jedoch von sehr großer Bedeutung, dass wenigstens eine einfache und verständliche Oberfläche existiert, um gegen den Social Media-Giganten Facebook antreten zu können. Gehen wir aber mal einfach davon aus, dass man dieses Problem lösen würde. Das nächste Problem ist aber trotzdem schon vorprogrammiert: Niemand würde freiwillig zu einem Social Media Network wechseln, wenn von den hundert Facebook-Freunden nur ein Bruchteil dort zu finden ist.
Auch wenn diaspora in der nächsten Zeit keine große Masse an Benutzern anziehen wird, sollte dies dennoch nicht heißen, dass man eine Verwirklichung verwerfen sollte. Etwa genauso denken auch die diaspora-Entwickler, die derzeit bei der Sache voll dabei sind. In ihrem Blog verkündigten sie, dass der Quellcode am 15. September für jeden zugänglich sein wird. Ab diesem Zeitpunkt kann dann jeder Nutzer diaspora beziehen und auf seinem Server installieren, um mit anderen Benutzern kommunizieren zu können.
Derzeit steht aber noch nicht fest, inwiefern diaspora bei den Anbietern angeboten wird. Es ist natürlich klar, dass nicht jeder Anwender ein Webhostingpaket zur Verfügung hat. In der nächsten Zeit bekommen wir sicherlich diesbezüglich mehr Einzelheiten.
Fazit
Für eine Plattform wie diaspora wird es sicherlich sehr schwierig sein, sich in der Social Community und gegen Facebook zu etablieren. Um einen erfolgreichen Start garantieren zu können, benötigt diaspora auf jeden Fall eine sehr große Aufmerksamkeit und Interesse am Netzwerk. Nur so kann eine neue Plattform den neuen Weg einschlagen.

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