diaspora – Dezentralisiertes soziales Netzwerk
By Berkay Bay at 11 Mai, 2010, 5:50 pm
Immer wieder wird versucht mit Hilfe von neuen Projekten und Ideen den sozialen Netzwerk-König Facebook vom Thron zu stoßen. Bis jetzt scheiterten alle daran. Doch nun soll ein neues Projekt gestartet werden, der wirklich das Interesse der Benutzer und Anwender erwecken soll: Es geht um den Datenschutz und die Privatsphäre.
Dies ist wahrscheinlich das einzige große Problem von Facebook. Jedoch wird in diesem Bereich wenig getan. Alleine schon die Erkenntnis, dass der CEO Mark Zuckerberg derzeit einen gewissen sozialen Wandel sieht und Features wie Open Graph der Öffentlichkeit präsentiert, unterstreicht das Datenschutz-Problem.
Nun wollen vier New Yorker diesem monopolistischen Vorhaben strikt entgegen treten und haben aus diesem Grund ein Konzept entwickelt, welches die Privatsphäre jedes einzelnen Benutzers besser schützen soll. Das Projekt nennt sich diaspora und soll ein dezentrales soziales Netzwerk werden. Dieses Netzwerk soll dafür sorgen, dass der Datenschutz vollkommen berücksichtigt wird und der Nutzer die volle Kontrolle darüber hat.
Alle Menschen beziehungsweise die Befürworter einer Community, die den Datenschutz sehr hoch angesiedelt haben, sollen mit diaspora nun sehr glücklich werden. Die Funktionsweise dieses Systems sieht folgendermaßen aus:
Bis jetzt lief die Kommunikation über einen zentralen Server ab, so wie es bei Facebook der Fall ist. Dies wird abgeschafft und stattdessen werden die Benutzer über ihren eigenen sogenannten dispora-„Seed“ kommunizieren. Über diesen Seed hat jeder Nutzer die volle Kontrolle.
Jeder Benutzer hat die Möglichkeit auszusuchen, ob er diesen Seed selber hostet oder ob er diesen über einen externen Server laufen lässt. Ist dies eingerichtet, so kann der Seed sich mit anderen Seeds, also Usern verbinden, um so Informationen auszutauschen. Das besondere dabei ist, dass die Kommunikation nicht einfach direkt übertragen wird, sondern verschlüsselt, sodass die Inhalte „abhörsicher“ sind.
Bis jetzt klingen alle Ideen und Konzepte sehr interessant, denn mit diaspora würde das Hauptproblem von Facebook alle Male von der Welt abgeschafft werden. Jedoch klingt das Projekt auch hochaufwendig, wenn man sich überlegt, dass jeder Benutzer dafür verantwortlich ist, dass sein Seed irgendwo gehostet sein muss. Da liegt auch schon die größte Hürde. Viele Benutzer besitzen leider nicht das technische Know-How, was dazu führen wird, dass viele potenzielle Benutzer einen großen Bogen um diaspora machen werden.
Allerdings muss man auch sagen, dass die vier New Yorker-Studenten sich darüber im Klaren sind. Sie unterstreichen deshalb, dass dieses System auch für technisch-unbegabte Menschen leicht verständlich sein wird.
Das Projekt wird derzeit kräftig unterstützt, sodass der Erfolg nicht mehr am Budget liegt. Innerhalb von einigen Wochen konnte das Team 20.000 Dollar an Unterstützungs-Geld sammeln, was sehr beachtlich ist.
Diaspora wird außerdem im Moment mit Hilfe von einigen Testcomputern stark unter die Lupe genommen und getestet. Denn ein erster Prototyp läuft schon.
Im September dieses Jahres wird es soweit sein. Dann wird die Plattform allen Benutzern zugänglich gemacht. Ich bin sehr gespannt darauf.
Was denkt Ihr über das neue Projekt diaspora? Denkt Ihr, dass ein dezentralisiertes Netzwerk die Lösung für das derzeitige Datenschutz-Problem ist? Auf eure Meinungen bin gespannt.

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