Content-Überflutung durch Demand Media & Co.
By Berkay at 7 Mai, 2010, 3:26 pm
Vielen wird Demand Media nicht bekannt sein. Ich gehe mal einfach davon aus. Grund hierfür ist, dass dieser Dienst in Deutschland noch nicht gestartet hat. Deshalb wollte ich euch einen näheren Einblick in den Dienst beziehungsweise in das neue „System“ geben, weil die Idee, die dahinter steck, doch sehr einfallsreich ist.
Das relativ neugegründete private Unternehmen aus den USA (Im Jahre 2006) ist derzeit das größte, das sich mit Content-Erstellung im Social Media-Bereich konzentriert. Es sind sehr viele Schreiber tätig, die das Internet mit Informationen nahezu überfluten. Der Kerngedanke dabei ist, eine billige Produktion zu haben und die Nachricht zu verbreiten.
Aber von einer billigen Produktion kann man bei Demand Media nicht sprechen. Denn das Unternehmen investiert in sein Geschäft dreistellige Millionenbeträge, um es aufrecht zu erhalten. Wie es aber aussieht, geht die ganze Sache auf, da das Unternehmen alte und vor allem gut verlinkte Domains gekauft hat, um mit diesen an der Spitze zu stehen. Denn wie Ihr sicherlich wisst, spielt die Verlinkung einer Webseite eine sehr große Rolle bei der Positionierung bei den Suchmaschinen wie Google und Co.
Täglich werden mehr als 4.000 Artikel und Videos der Öffentlichkeit bereitgestellt. Sei dies nicht genug, will das Unternehmen 1.000.000 Inhalte im Monat produzieren lassen. Eine bemerkenswerte Zielsetzung, das muss man mal sagen.
Wie funktioniert das ganze System nun?
Eigentlich ist es leicht zu verstehen:
Eingestellt sind tausende von Freiberuflern, die ihre Arbeit investieren, um Content herzustellen. Welche Themen wann produziert werden müssen, gibt das Webinterface mit einem voreingestellten Algorithmus vor. Je nach derzeitiger Lage ändert sich die Thematik dynamisch. Entscheidend dabei sind das Suchvolumen, die Konkurrenzsituation sowie die möglichen Werbeeinnahmen. Die angestellten bekommen pro Video etwa 20 Dollar und für einen Beitrag mit einigen hundert Wörtern etwa 15 Dollar.
Das Unternehmen plant in der Zukunft auch mit den „alten“ Medien eine Partnerschaft einzugehen, damit die Inhalte auch auf deren Onlinepräsenzen zu sehen sind. So soll eine Kooperation mit USA Today geschlossen worden sein, die dazu geführt hat, dass Reiseartikel in der Rubrik Travel Tips auffindbar sind. Für beide Seiten lohnt sich die Partnerschaft alle Male, da der Domaintrust zwischen ihnen besteht.
Kritik
Viele Print-Verlage in Deutschland, wie die FAZ, sehen eine gewisse Gefahr hierzulande. Ist ja auch irgendwie verständlich, wenn man überlegt, dass ein gewisser Druck bei den Zeitungsverlagen entsteht.
Ich persönlich kann mich der ganzen Sache weder anschließen noch wirklich als negativ einstufen, da es wirklich sehr professionell aufgezogen wurde und nicht vergleichbar ist mit anderen Diensten, die dieses System ebenfalls als Grundlage benutzen wollten.
Was denkt Ihr darüber? Denkt Ihr, dass hierdurch eine gewisse „Content-Farm“ entsteht?

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